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Der Nervus accessorius (Hirnnerv XI) nimmt einen ungewöhnlichen Weg. Seine Fasern
entspringen im oberen Rückenmark, etwa in den ersten fünf Halssegmenten. Die
Wurzelfäden ziehen nach oben, treten durch das Foramen magnum in die Schädelhöhle
ein und verlassen den Schädel wieder durch das Foramen jugulare. Von dort steigen
sie in den Hals hinab und versorgen den Sternocleidomastoideus und schließlich die
„Traps“.

Klinisch ist daran vor allem eines wichtig: Im seitlichen Halsdreieck verläuft der
Nerv sehr oberflächlich, mit wenig Gewebe zwischen ihm und der Haut. Deshalb gehört
er zu den leichter verletzbaren Nerven des Körpers. Eine Schädigung zeigt sich als
Schwäche der Schulter, als Schwierigkeit, den Arm über Schulterhöhe zu heben, als
abstehendes Schulterblatt und als anhaltender Schmerz.

Der Trapezmuskel ist insofern ungewöhnlich, als seine motorische Versorgung von
einem Hirnnerv kommt und nicht vom Plexus brachialis. Sensible und propriozeptive
Fasern erreichen ihn getrennt davon über den Plexus cervicalis. Druck auf den
oberen und mittleren Trapezmuskel ist Druck auf eine dicht versorgte Region. Was
dabei empfunden wird, läuft jedoch über diese zervikalen sensiblen Fasern zurück,
nicht über den Nervus accessorius selbst.

Menschen bearbeiten die Gewebeschichten des Körpers seit Jahrtausenden von Hand,
in allen Kulturen, mit Händen, Fingern, Ellenbogen, Knien und Füßen.

Die meisten Massagearten zielen darauf ab, Körper und Geist zu entspannen.
Manuelle Therapiearbeit geht weiter: Sie verbindet Empfindung und Bewegung wieder
miteinander, damit die Funktion zurückkehren kann. So wird nach einer Verletzung
wieder eine Bewegung möglich, die weder durchdacht noch gefürchtet werden muss.

#Myotherapie #muscletherapy #massagetherapy #rehabilitation #Propriozeption #remedialemassage

Die subokzipitalen Muskeln verbinden die Schädelbasis mit den obersten beiden
Wirbeln. Sie halten das Gewicht des Kopfes, ungefähr so schwer wie eine
Bowlingkugel, auf einer Auflagefläche, die nur einen Bruchteil davon breit ist.
Sie arbeiten ununterbrochen.

Bemerkenswert ist an ihnen nicht ihre Größe, sondern ihre sensorische Dichte. Sie
enthalten eine der höchsten Konzentrationen an Muskelspindeln im ganzen Körper.
Das macht sie weniger zu Bewegern als zu Meldern: Sie teilen dem Nervensystem mit,
wie der Kopf auf dem Hals steht.

Probleme in dieser Region fallen oft erst auf, wenn sie als Kopfschmerz ankommen.
Die Arbeit hier zielt darauf, das Gleiten zwischen den Schichten wiederherzustellen
und die Rückmeldung über die Kopfposition zu verbessern. Nicht darauf, den Hals zu
verlängern.

Und dann kommt die Nacht. Sieben oder acht Stunden in einer Haltung, die niemand
überprüft, machen erstaunlich viel von dem wieder zunichte, was tagsüber an Arbeit
hineingeflossen ist. Schlafen gehört damit zu den unterschätzteren Gefahren für
den Nacken.

#suboccipital
#cervicalspine
#Muskelspindeln #Propriozeption
#Faszien

Zwischen Sternocleidomastoideus, Trapezmuskel und Schlüsselbein liegen die drei
Skalenusmuskeln, eine schwer zugängliche Gruppe in diesem Bermudadreieck des
Halses.

Sie neigen und drehen den Hals zur Seite und heben beim Einatmen die ersten beiden
Rippen. Zwischen dem vorderen und dem mittleren Skalenus verlaufen der Plexus
brachialis und die Arteria subclavia. Deshalb kann Spannung an dieser Stelle
Schmerzen in die Brust, an den inneren Rand des Schulterblatts und in den Arm
ausstrahlen lassen.

Beim Thema Haltung wird der Kiefer leicht vergessen, und das zu Unrecht. Kiefer,
Zungenbein und Halswirbelsäule sind über ein gemeinsames Netz aus Muskeln,
Faszien, Nerven und Gelenken verbunden, und sie beeinflussen sich gegenseitig in
beide Richtungen. Die Kopfhaltung verändert, wie der Kiefer schließt, und
Kieferspannung verändert, wie der Hals gehalten wird.

Menschen mit Kiefergelenksbeschwerden berichten häufig auch über Nackenschmerzen,
und umgekehrt. Dieser Zusammenhang ist gut dokumentiert. Deutlich weniger klar
ist, was wovon kommt. Deshalb ist es sinnvoll, beides zu untersuchen, statt eine
Richtung anzunehmen.

Nächtliches Zähneknirschen ist verbreitet und hat viele Ursachen, Stress gehört
dazu. Wer es bei sich vermutet, bespricht das am besten mit der Zahnärztin oder
dem Zahnarzt.

#Kiefer
#Kiefergelenk
#TMJ
#Halswirbelsäule
#Myotherapie

 

Faszien sind ein Netzwerk aus Bindegewebe, das hauptsächlich aus Kollagen besteht,
unter der Haut liegt und Muskeln, Organe und andere innere Strukturen umhüllt.

Üblicherweise werden drei Schichten unterschieden. Die oberflächliche Faszie liegt
direkt unter der Haut. Die tiefe Faszie umgibt Muskeln und Knochen. Die viszerale
Faszie umhüllt die Organe.

Faszien sind strukturell wichtig, als Sinnesgewebe aber genauso. Sie enthalten eine
höhere Dichte an sensorischen Rezeptoren als Muskelgewebe. Dazu gehören
Mechanorezeptoren wie Pacini-Körperchen und Ruffini-Endungen, die Druck und
Bewegung melden, sowie Nozizeptoren, die Schmerz erfassen. Dieses dichte Netz macht
Faszien sehr empfindlich für Spannungsänderungen und gibt ihnen eine zentrale Rolle
für Propriozeption, Bewegungskoordination, Gleichgewicht und das allgemeine Gefühl
dafür, wo der Körper sich befindet.

Wenn Faszien nicht mehr gut funktionieren, liegt die Veränderung oft in der
Grundsubstanz. Das Gel zwischen den Schichten wird zähflüssiger, sodass die
Schichten nicht mehr frei gegeneinander gleiten. Das ist etwas anderes als neu
eingelagertes Kollagen, und es verändert sich sehr viel schneller: in Stunden bis
Tagen statt in Monaten.